S6-Gutachten: Feststellung des Krisenstadiums und der Insolvenzreife

Feststellung des Krisenstadiums

Unternehmen in der Krise durchlaufen regelmäßig verschiedene Stadien, wobei sich in der Entwicklung bis hin zur Insolvenz die Stadien der Stakeholder-, Strategie-, Produkt- und Absatzkrise sowie der Erfolgs- und Liquiditätskrise unterscheiden lassen.

 

Diese Krisenstadien müssen sich nicht zwingend in dieser Verlaufsfolge entwickeln; sie können auch parallel, singulär oder überlappend auftreten. Krisen spitzen sich im Zeitablauf i.d.R. zu.

 

Allein auf die Behebung der Liquiditäts- oder Überschuldungskrise ausgerichtete Maßnahmen reichen für eine Sanierung nicht aus, solange nicht auch die Ursachen der vorgelagerten und parallelen Krisenstadien (z.B. die Stakeholder- und Strategiekrise mit Schwächen im Personalmanagement) identifiziert und behoben sind.

 

Nicht identifizierte und behobene Krisenursachen wirken weiter und führen dazu, dass z.B. die Erfolgs- und Liquiditätskrise nur vorübergehend überwunden wird, ohne dass eine nachhaltige Sanierung erreicht ist.

 

Jedes Stadium des Krisenverlaufs, insbesondere die Stadien der Stakeholder-, Strategie- sowie Produkt- und Absatzkrisen, kann Folge einer falschen Personalmanagementstrategie sein. Häufig lösen Schwächen in den Bereichen Personalentwicklung und Personalführung eine Krise aus.

 

S6-Gutachten: Feststellung des Krisenstadiums und der Insolvenzreife

 

Typische Problembereiche – S6-Gutachten: Feststellung des Krisenstadiums und der Insolvenzreife

Probleme zeigen sich in diesen Fällen u.a. an

• 

einem fehlenden oder unzureichend kommunizierten Leitbild,

• 

einem nicht mehr markt- und zeitgemäßen Wissensstand der Belegschaft,

• 

einer fehlenden Strategie seitens der Verantwortlichen zur (Weiter-)Entwicklung des Personals,

• 

einem ungünstigen Arbeitsumfeld für die Belegschaft,

• 

einer niedrigen Motivation der Belegschaft,

• 

einer geringen Identifikation der Belegschaft mit ihrer Aufgabe und den Produkten oder Dienstleistungen des Unternehmens,

• 

einer schwachen Bindung der Belegschaft an das Unternehmen.

Die mit Führungsdefiziten verbundenen Krisen führen häufig zur Deformation der Unternehmenskultur und ziehen Schwächen des Mitarbeiterpoten­zials nach sich. Mit fortschreitender Krise verengen sich auch dadurch die Spielräume für eine erfolgreiche Sanierung. Solche Entwicklungen, insbesondere ein Auseinanderklaffen der vom Management verlautbarten und von ihm gelebten Werte, müssen erkannt und durch geeignete Maßnahmen beseitigt werden.

 

Seminar Geschäftsführung

 

Feststellungen zur Insolvenzreife – S6-Gutachten: Feststellung des Krisenstadiums und der Insolvenzreife

Eine sich zuspitzende Liquiditätskrise kann zu dem Insolvenzgrund der Zahlungsunfähigkeit führen. Wird eine Insolvenzreife festgestellt, kann diese nur dadurch überwunden werden, dass mit geeigneten und schnell realisierbaren Maßnahmen wieder die Voraussetzungen für eine positive Fortbestehens­prognose geschaffen werden.

Fällt die Fortbestehensprognose dagegen negativ aus, wird dies – meist schon aufgrund dann notwendiger Liquidationsbewertung – i.d.R. eine Überschuldung nach sich ziehen.

Ergeben sich im Rahmen der Unternehmensanalyse oder der Planung Hinweise auf eine (drohende) Zahlungsunfähigkeit und/oder Überschuldung, muss darauf unverzüglich aufmerksam gemacht und der Hinweis dokumentiert werden, um den gesetzlichen Vertretern Gelegenheit zu geben, die gebotenen rechtlichen Konsequenzen zu ziehen.

 

Strategie & Management – Managementtraining

Pin It on Pinterest

Share This